Roadtrip USA Teil 2: Grand Canyon, Route 66, Dallas

Wenn wir beim Überqueren der Staatsgrenze nicht auf dem riesigen Schild gelesen hätten, dass Arizona den Beinamen „Grand Canyon State“ trägt, hätten wir es vermutlich verpasst den Grand Canyon zu besuchen. 😀 Irgendwie war dieser für uns im Kopf nur immer aus Las Vegas/Nevada zugänglich.
Tatsächlich ist von Las Vegas kommend sowohl der Nord- als auch der Südrand des Grand Canyon zugänglich. Von Phoenix dagegen erreicht man nur den Südrand, der Weg dorthin ist aber auch nicht weiter als von Las Vegas und liegt nach Albuquerque sowieso auf dem Weg. Da bot es sich natürlich erst recht an, dieses Naturwunder zu besichtigen.
Von Arizona nahmen wir den rund 4-stündigen Weg nördlich in Angriff, vorbei an den für Arizona bekannten Riesenkakteen auf der teilweise ewig geradeaus führenden Interstate 17 bis nach Flagstaff, wo wir unser Quartier für die Nacht gebucht hatten und dann nochmals 1.5 Stunden auf der State Route 180 bis zum Gate des Grand Canyon Nationalpark.
Um den Grand Canyon Nationalpark befahren zu dürfen, muss man eine Eintrittsgebühr von $25 USD pro Fahrzeug (nicht pro Person!) bezahlen, was wir als angemessen empfanden.

Zum Grand Canyon muss ich, glaube ich, nicht viel sagen. Der dürfte jedem ein Begriff sein und Bilder sagen in diesem Fall mehr als Worte:

Auf über 2400 Höhenmeter war es teilweise ziemlich frisch und an manchen sonnengeschützten Stellen sahen wir sogar noch ein wenig Schnee liegen. Kurz nach Sonnenuntergang erreichten wir dann nach rund eineinhalb Stunden unser Nachtquartier in dem eher beschaulichen Städtchen Flagstaff, wo es außer den üblichen und allgegenwärtigen Fast-Food-Ketten nicht viel zu sehen gab.

Am nächsten Morgen führte unser Weg auf der historischen Route 66 nach Osten in Richtung Albuquerque, New Mexico. Die Route 66 ist heute weitestgehend durch die autobahnähnlichen Interstates ersetzt. Der größte Teil der ca. 3.400 km noch befahrbaren Strecken ist heute einsam und verlassen und wird eher von der einheimischen Bevölkerung genutzt.

Trotzdem fanden wir es spannend auf dieser so berühmten Route eine gewisse Strecke zu fahren und verließen die Interstate 40 auch einmal für einige Kilometer um die Original-Route-66 unter den Rädern zu haben:

Kurz bevor wir unser nächstes Ziel Amarillo erreichten, sahen wir unweit der Interstate eine automobile Sehenswürdigkeit der besonderen Art. Die Cadillac Ranch bezeichnet zehn Cadillacs, die in einer Linie und im gleichen Winkel mit der vorderen Hälfte im Boden eines Maisfeldes eingegraben sind. Es gibt sie bereits seit 1974 und die Autos sind über und über mit Graffiti bemalt und ändern ständig ihr Aussehen. Besucher werden ausdrücklich ermuntert ihre eigenen farblichen Spuren zu hinterlassen.

Zum Abendessen gingen wir in Amarillo in das Texas Roadhouse, wo wir zunächst in einem wartesaalähnlichen Abteil des Restaurants darauf warten mussten, einen Sitzplatz zu bekommen. Die Wartezeit wird mit gratis Erdnüssen überbrückt, deren Schalen von den Wartenden einfach auf den Boden geworfen werden 😀
Und auch später beim essen gab es einen Blecheimer voll mit Erdnüssen. Für den Fall, dass die für Europäer ohnehin großzügig bemessenen Portionen nicht ausreichen sollten 😀
Etwas sonderbare Eigenheit, aber lecker und das Essen konnte ebenfalls auf ganzer Linie überzeugen. Super leckeres Filet, perfekt auf den Punkt gebraten. Ich hab den Eindruck, dass wir andere Filialen dieser Kette noch öfter sehen werden 😉

Später beschlossen wir kurzerhand eine Routenänderung für den folgenden Tag und änderten das nächste Ziel auf der Route von Oklahoma nach Dallas. Obwohl uns damit wieder eine lange Etappe bevorstand, gewannen wir dadurch praktisch einen Tag, den wir für Dallas nutzen konnten, damit wir zumindest einmal einen Tag hatten, an dem wir nicht die Koffer packen mussten.
Von Amarillo nach Dallas gibt es keine Interstate, sondern „nur“ die State Route 287, die aber glücklicherweise fast ebenso gut ausgebaut ist und wo fast überall das auch für Interstates übliche Speedlimit 75 mph galt.
Kurz vor der Staatsgrenze zu Texas machten wir eine Pause und fuhren von der Route 287 ab, um an einem Rasthof (Russel’s Truck and Travel Center) etwas zu essen zu suchen. Wie es der Zufall wollte, sind wir auch hier an einer auf Tripadvisor sehr gut bewerteten Sehenswürdigkeit abgefahren. Denn hier mitten im Nirgendwo in New Mexico am Rande einer State Route war in der Autobahnraststätte ein tolles Automuseum versteckt. Eintritt: Gratis.
Ich bin ja nun wirklich kein Fan jeglicher Museen, aber das war wirklich sehenswert, nicht nur für Autofans.

Obwohl wir in Texas eigentlich konstant 5 mph über dem Speedlimit unterwegs waren, war es keine Seltenheit, dass uns LKWs auf der linken Spur überholten. Über 120 km/h für solche Kolosse waren teilweise schon nicht mehr so vertrauenserweckend, aber die Amis werden schon wissen, was sie da machen 😀
Nach etwa 6 Stunden Fahrt war es nicht schwierig festzustellen, dass wir in einer Millionenstadt angekommen waren, in deren Metropolregion sogar knapp 7 Millionen Menschen leben, da der Verkehr insbesondere zum Berufsverkehr teilweise auf 5 Spuren zum Stehen kam.

Es gibt in Dallas eine Straße/einen Bezirk mit vielen schönen Gebäuden aus den 20er Jahren und verschiedener Architekturstile. Diese ganze Straße wurde in das amerikanische nationale Verzeichnis historischer Stätten aufgenommen und hört auf den vielversprechenden Namen Swiss Avenue :-)

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