Schlafender Koala

No worries, mate – Willkommen in Australien!

Vom tropischen Bali ging es mit Jetstar nach Perth, Australien wo wir gegen 20:45 Uhr Ortszeit landeten. Nach Abholung unseres Mietwagens, wo zum ersten Mal keine „ausländischen Hilfsarbeiter“ am Mietwagenschalter waren, sondern eine sehr freundliche Australierin, und wo wir auch gleich mit dem teilweise doch sehr besonderen Dialekt (no worries! 😀 ) der Australier in Kontakt kamen, machten wir uns auf zu unserer Unterkunft.
Wir hatten ein Zimmer mit eigenem Bad über Airbnb gebucht und kamen gegen 23:00 Uhr bei Ross, einem Elektriker, an.
Am nächsten Morgen hatten wir strahlend blauen Himmel, den wir aus dem sonst so dunstigen Asien fast gar nicht mehr kannten. Die Ausläufer der derzeitigen australischen Hitzewelle waren in Perth angekommen und wir hatten tagsüber bis zu 38 Grad. Allerdings bei weitaus weniger Luftfeuchtigkeit als noch in Asien.
So fuhren wir mit dem Mietwagen zunächst zu Penguin Island, einer Insel etwa eine Stunde südlich von Perth, wo man mit Glück freilebende Pinguine sehen kann, oder gegen Bezahlung auch bei der Fütterung der Pinguine in der Auffangstation zusehen kann. Zur Insel kommt man entweder mit einer Fähre ($14 AUD) oder zu Fuß über eine Sandbank, die je nach Gezeiten zwischen 50 und 150 cm unter Wasser steht. Da es vor einigen Jahren hier mal einen tragischen Zwischenfall gab (und man natürlich Geld verdienen will 😉 ) wird ausdrücklich davon abgeraten den Weg selbst anzutreten. So haben auch wir die Fähre genommen.
Eigentlich sollte die Insel Bird Island heißen finde ich. 😀 Die tummeln sich nämlich zu Hauf auf der Insel, ganz im Gegensatz zu den Pinguinen. Aber einen konnten wir dennoch entdecken, der sich unter einem der verschiedenen Wanderstege versteckt hat.

Die restlichen Zeit in Perth verbrachten wir in der Innenstadt von Perth, am Strand und bei 38 Grad auch mal im Freibad 😀
Besonders ist uns aufgefallen wie gesittet hier alles abläuft. Nach Asien ist das wirklich wieder komplett anders. Auch seltsam, dass in einer Millionenstadt wie Perth am Samstagnachmittag um 3 Uhr die meisten Läden schon wieder schließen, sogar Restaurants darunter. Klar sind im Moment hier Sommerferien, aber ich bin mir nicht sicher, ob sich zu einer anderen Jahreszeit hier mehr Menschen herumtreiben. Unser Gastgeber hat schon richtig erwähnt, dass Australien nunmal eine sehr niedrige Bevölkerungsdichte hat. Dies kann gerade nach unseren vorherigen Zielen mal sehr entspannend sein, aber auf Dauer würde das doch auch etwas langweilig werden fanden wir.
Auffallend waren auch die zahlreichen Verkaufsschilder für Häuser und Gründstücke am Straßenrand. Sowas kannten wir sonst nur aus krisengeschüttelten Gegenden wie Zypern. Belege und Quittungen gab es fast immer auch nur auf Nachfrage 😀

Daher flogen wir nach vier Tagen weiter nach Melbourne, wo wir eine etwas lebendigere Metropole vorfanden. Hier hat kürzlich auch der erste Aldi eröffnet, wo wir uns erstmal mit Getränken und Backwaren eindeckten.
Im Straßenverkehr fiel uns (oder vor allem mir 😛 ) auf, welchen gestalterischen Freiraum die Australier bei Ihren Kennzeichen haben. Nicht nur die Buchstaben- und Ziffernfolge kann völlig willkürlich gewählt werden, auch Schriftart und Farbe der Nummernschilder ist individuell anpassbar.
So wunderte ich mich zunächst ein deutsches Auto aus dem Vogtlandkreis fahren zu sehen, bis ich dann bei genauerem Hinsehen (und erst recht nach dem dritten „deutschen“ Auto) bemerkte, dass sich links neben den Buchstaben, die exakt der deutschen Schriftart nachempfunden sind, kein EU-Banner mit „D“ befand, sondern VIC, das für den Bundesstaat Victoria steht. Besonders häufig sah man diese Sonderkennzeichen auf deutschen Automarken.

Neben den üblichen Sehenswürdigkeiten (Kathedralen, Innenstadt…) gab es in/um Melbourne vor allem eine Besondere: Die Great Ocean Road.
Die Great Ocean Road ist eine 243 km lange Straße, die entlang der australischen Südküste zwischen Torquay und Allansford im Bundesstaat Victoria verläuft. Sie wird jährlich von 6.5 – 7.5 Millionen Besuchern befahren, wirkte aber trotzdem nicht überfüllt und bot sensationelle Ausblicke auf das Meer, sowie diverse Felsformationen nahe der Küste. Im Great Otway Nationalpark sahen wir zudem zahlreiche Koalabären und sogar ein wildes Känguruh.

Besonders nervig waren in der Gegend allerdings die Fliegen, die sich häufig nicht mal durch wilde Bewegungen abwimmeln ließen. Wir haben am anderen Ende der Road in Warrnambool nach etwa 8 Stunden Fahrt unser Hotel für die Nacht gefunden.
Auf dem Rückweg von der Great Ocean Road wurden wir von einem Autofahrer mittels Lichthupe auf eine Polizeikontrolle aufmerksam gemacht. Zu schnell unterwegs waren wir eh nicht, aber angehalten wurden wir trotzdem. Nicht um nach Führerschein oder Fahrzeugdokumenten zu fragen, nein nur für einen kurzen Alkotest, und nach weniger als einer Minute ging die Fahrt auch schon weiter. Und dies an einem Mittwoch gegen 13:00 Uhr mittags 😀

In den sieben Tagen in Australien hatten wir fast immer strahlend blauen Himmel. Wieso es in Australien dann so viele Blondinen und wirklich hellhäutige Menschen gibt leuchtete mir daher nicht so ganz ein. Ich hatte nach 2 Tagen schon rote Unterarme 😀

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