Nachtleben

Hanoi – ruhige, beschauliche, saubere Kleinstadt…

… genau das ist die vietnamesische Hauptstadt mit ca. 7 Millionen Einwohnern alles NICHT. 😀
Die Stadt ist eine permanente Reizüberflutung für sämtliche Sinne des menschlichen Körpers. Alle 10 Meter verändert sich der Geruch auf der Straße, durch die zahlreichen Garküchen. Gekocht wird vor allem mittags und abends überall auf den Gehwegen. Dazu mischen sich die Abgase der Roller, Autos und Busse.

Die Ohren werden zugedröhnt mit permanentem Gehupe der unendlich vielen Roller, die zwischen den paar Autos hin und her sausen oder einem auch einmal auf dem Gehweg entgegen kommen oder einen dort überholen. Der Roller ist hier Hauptfortbewegungsmittel und zugleich Lastentier. Aufgeladen wird bis nichts mehr geht. In Europa wären vermutlich 3.5 Tonner überladen mit dem Zeug was hier teilweise auf Rollern transportiert wird.
Das gilt übrigens auch für Menschen. Zu viert auf einem Roller ist mal gar kein Problem und die Hupe ersetzt sowieso jegliche Straßenverkehrsregeln oder Schilder.

Bei einer Lärmkulisse, die vermutlich einem Aufenthalt auf einer Flughafenlandebahn nahekommt, wenn gerade ein A380 startet, wird dann auf dem Gehweg gesessen, gegessen, getrunken, geraucht, Spiele gespielt und sich unterhalten. Überall da wo zwischen den parkenden Rollern noch Platz ist. Der Fußgänger kommt schon noch irgendwie vorbei. Und weil das noch nicht laut genug ist, wird hier und da noch eine Bassbox aufgebaut, aus der dann so laut Musik dröhnt, wie man es hierzulande höchstens aus Discotheken kennt. Abgewaschen wird nach dem Essen übrigens auch auf der Straße und sämtliche Flüssigkeiten einfach auf die Straße gekippt.

Damit die Augen nicht zu kurz kommen, die bei den meisten Europäern ohnehin schon damit überfordert sind die Absichten der Verkehrsteilnehmer zu interpretieren, wenn man mal wieder eine vollbefahrene Straße überqueren will, gibt es vor allem nachts ganze Straßenzüge, wo alles blinkt und blitzt und sich die verschiedenen Leuchtreklamen gegenseitig überbieten und um die Aufmerksamkeit der Leute buhlen. Ich weiß nicht ob Vietnamesen schon völlig abgestumpft geboren werden oder einfach ein zusätzliches Gen besitzen um gegen diese allgegenwärtige Reizüberflutung immun zu sein.

Trotz alledem und vor allem nach einer gewissen Eingewöhnungszeit (der erste Tag, bzw. Abend war wirklich heftig) hat die Stadt etwas unglaublich lebendiges und aufregendes an sich.
Das Essen ist lecker und vor allem sehr günstig. Wir sind des öfteren beide für unter 5 EUR inklusive Getränke satt geworden.
Auch sieht man hier im Gegensatz zu vielen anderen ärmeren Ländern auch mal den einen oder anderen teuren Wagen fahren. Rolls Royce Phantom, neuer Porsche Boxster, Cayenne, Panamera…

Die Vietnamesen scheinen wohl auch sehr auf Karaoke zu stehen. Riesige Lokalitäten mit Leuchtreklame bestückt werben für irgendwelche Karaokeveranstaltungen oder sind gar nur zu diesem Zweck da. Leider haben wir es bis dato noch nicht geschafft in so einen Laden zu schauen 😀

Unser „Einladungsschreiben“ (Genehmigungsbrief der vietnamesischen Einwanderungsbehörde) für das Visa-on-arrival für Vietnam haben wir übrigens über die Firma ITI-Holiday organisiert. Kostete 7 EUR (15 Tage) oder 8 EUR (30 Tage) und hat einwandfrei geklappt. Das Auswärtige Amt schreibt ja „Über die Zuverlässigkeit verschiedener Onlineanbieter kann keine Aussage getroffen werden“. Dazu kamen dann noch 45 USD für das eigentliche Visum am Flughafen Hanoi.

 

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