Kategorie-Archiv: Vietnam

Ausblick von oben

7 Mio Metropole Ho-Chi-Minh Stadt (Saigon)

Bis 1976 war die Stadt als Saigon bekannt, erst dann bekam sie im Zuge der Wiedervereinigung von Nord- und Südvietnam den Namen Ho-Chi-Minh Stadt, zu Ehren des damaligen Revolutionärs und Präsidenten. Allerdings ist der alte Name Saigon sowohl im In- wie auch im Ausland weit verbreitet.
Wir landeten am Freitagabend in der Stadt und waren sehr froh unserem ursprünglichen Plan dem Winter zu entgehen wieder gerecht zu werden. Im Gegensatz zum arschkalten Sapa (6-8°C), wo wir noch tags zuvor waren, hatten wir in Saigon angenehm warme 31°C. Solche Temperaturunterschiede in ein und dem selben Land sind schon krass und wenngleich die Stadt auch typisch vietnamesisch ist, so ist sie doch völlig anders als die von der Größe vergleichbare Hauptstadt Hanoi.

Saigon scheint weniger ursprünglich und viel westlicher orientiert zu sein. Es gibt eine höhere Dichte an westlich ausgerichteten Restaurants, Straßenverkäufer/-innen und häufig deren (Klein-)Kinder versuchen ununterbrochen einem (= den Touris) etwas zu verkaufen und es gibt einige amerikanische Fastfoodläden (KFC, Starbucks, Burger King, Subway, Domino’s Pizza…). All dies haben wir in Hanoi eher selten bis gar nicht gesehen. Unser Halong-Bay-Tourguide Tan wusste nicht einmal was McDonalds ist 😀
Typisch vietnamesisch dagegen: die allgegenwärtigen Straßenküchen, die unzähligen Stromleitungen, Müllabfuhr (Müll wird einfach in kleinen Plastiktüten auf den Gehweg/Straßenrand gekippt und später von irgendeinem Arbeiter mit einem kleinen Müllwagen aufgesammelt), offensichtliche Fälschungen aller möglichen westlichen Marken (Startup Coffee statt Starbucks, Cosa Coffee statt Costa Coffee, Louis Vuitton Rollersitzbezüge, Lacoste, Puma, Adidas, Northface, Jack Wolfskin Klamotten).

Lustig ist auch die Weihnachtsdekoration, die jetzt hier überall aufgebaut wird. Bei 30°C passen geschmückte Schneemänner und Rentierschlitten irgendwie nicht so recht ins Bild 😀

Am zweiten Tag gingen wir noch zum Bitexco Financial Tower, wo man auf der Aussichtsplattform im 49. Stock über ganz Saigon schauen kann. Der Eintritt ist allerdings mit 200’000.- VND relativ heftig. Es gibt allerdings einen Trick um die Gebühr zu sparen: Wenn man an der Information nach dem Cafe im 50. Stock fragt, wird man von einer Mitarbeiterin völlig gratis sogar noch ein Stockwerk höher gebracht und kann von dort praktisch fast genau so viel sehen, wie von der Aussichtsplattform.

Einziger Haken, die Getränkepreise sind natürlich ebenso gesalzen, aber immerhin bekommt man hier noch eine Gegenleistung. Wir haben für einen Eiskaffee und ein Häagen-Dazs Vanilleeis 428’000.- VND (~14.68 EUR am 1.12.13) bezahlt. Gespart haben wir also nichts, aber immerhin war dann bei der Aussicht noch ein Eis und ein Getränk dabei 😀

An unserem letzten Abend waren wir gestern noch in einem relativ neuen Kino im Gebäude des Bitexco Financial Tower und haben uns Die Tribute von Panem / The Hunger Games 2 auf Englisch (mit vietnamesischem Untertitel :D) angeschaut. Für 2.74 EUR Ticketpreis und 1 EUR Getränkepreis ist das wirklich eine willkommene Abwechslung zu den überteuerten Kinos in Deutschland und der Schweiz.

Nach 12 Tagen und damit dem längsten Aufenthalt in einem Land an einem Stück verabschieden wir uns jetzt von Vietnam. In 2 Stunden geht unser Flug nach Phnom Penh, Kambodscha. :-)

Sapa Center

Sapa – Keine gute Idee im Winter!

Am Montag fuhren wir mit dem Nachtzug von Hanoi nach Sapa, dabei gab es verschiedene Zugoptionen zu buchen. Tulico, Sapaly, Fanxipan Express, Livitrans, Victoria und noch viele mehr. Nach langer Internetrecherche kamen wir zu dem Schluss, dass der Victoria wohl der komfortabelste ist, allerdings nur in Kombination mit einer Hotelbuchung im Victoria Hotel & Resort in Sapa buchbar ist. Der Preis hierfür wäre allerdings so hoch gewesen, dass ich lieber auf Sapa verzichtet hätte.
Alternative war dann Fanxipan und Sapaly, welche sich laut Internetberichten nicht viel nehmen. Gebucht haben wir also
auf dem Hinweg den Fanxipan Express in einer VIP Kabine für zwei Personen und den Sapaly Train auf dem Rückweg, allerdings alle 4 Betten einer Kabine für uns. Im Nachhinein waren wir darüber echt froh, denn viel Platz hat man in so einer Kabine wirklich nicht und da man sich seine Mitreisenden nicht aussuchen kann, wollten wir hier einem schlechten Erlebnis aus dem Weg gehen.

Gegen 19:50 Uhr fanden wir uns am Bahnhof Hanoi ein, wo die nette Mitarbeiterin von Buffalo Tours bereits mit den Tickets auf uns wartete (selber Tickets zu buchen ist irgendwie schwierig und anscheinend auch nicht günstiger als über Agents).
Im Fanxipan Express Warteraum verbrachten wir dann eine gute halbe Stunde bevor eine Mitarbeiterin uns und die restlichen Passagiere zum Zug brachte. Zu erwähnen ist übrigens, dass der Zug aus vielen verschiedenen Waggons besteht und lediglich ein oder zwei Waggons zum Fanxipan Express gehörten. Im Zug fanden wir unsere Kabine mit Bananen, Erdnüssen und Wasser vor.

Mit „Fack ju Göhte“ verbrachten wir die nächsten 2 Stunden, während der Zug bereits auf dem Weg in Richtung Sapa war, bevor wir versuchten zu schlafen.

Am nächsten Morgen sollten wir gegen 5:30 uhr ankommen, allerdings wurde es fast 3 Stunden später bis wir den Bahnhof in Lao Cai erreichten, von wo unser Hoteltransfer nochmals 1 Stunde nach Sapa brauchte.
Da wir in Sapa keine großen Pläne hatten, war das nicht so schlimm, wir hofften nur, dass die Rückfahrt pünktlich verläuft, da wir unseren Flug nach Ho-Chi-Minh-City schon gebucht hatten. Laut Internetberichten seien die Züge aber generell sehr pünktlich. Nach einer abenteuerlichen Fahrt im überfüllten Minibus über passähnliche Straßen erreichten wir dann endlich unser Hotel in Sapa, gaben erstmal 8 kg Wäsche zum Laundry Service und mieteten uns dann einen Roller um Sapa zu erkunden.
Leider haben wir uns für dieses Ziel eindeutig die falsche Jahreszeit ausgesucht. Denn während man im Sommer die schöne Landschaft mit Bergen und Reisterrassen bestaunen kann, so sahen wir… Nichts. Keine 20 Meter Sichtweite bei heftigstem Nebel.

Wirklich schade, denn ich kann mir gut vorstellen, dass Sapa im Sommer ein wirklich wunderschönes Ziel ist.
Wir machten uns mit dem Roller dennoch auf den Weg zum „Silver Waterfall“ aber waren eher wenig beeindruckt, sodass
wir danach wieder die Heimreise antraten und es uns auf dem Hotelzimmer bequem machen wollten.
Der kleine Haken an dem eigentlich guten Zimmer war, dass es keine Heizung hatte. Bei 8 Grad und Nebel war das eher nicht so kuschlig. Auf Anfrage bekamen wir dann jedoch einen elektrischen Heizstrahler und damit wars dann schon auszuhalten 😀

Am nächsten Tag kam zum kalten Nebelwetter auch noch Regen hinzu und so nutzten wir die Zeit um Flüge und Hotels
(und Massagen :-)) für die nächsten Ziele zu recherchieren. Nur gegen Abend wagten wir uns nochmal zu Fuß aus dem Haus
und gingen bei „Romano’s Pizza“ endlich mal wieder italienisch Essen und danach noch auf einen Plum Wine in das Mountain Bar & Pub.

Dank Late-Check-Out konnten wir am letzten Tag noch bis zur Abholung vom Shuttle auf dem Zimmer bleiben und kamen dann
nach einer ebenso abenteuerlichen Rückfahrt über die Passstraße wieder am Bahnhof von Lao Cai an, wo wir den Sapaly Train bestiegen und es uns in der 4er Kabine gemütlich machten. Gegen 6:10 Uhr morgens wachte ich auf und bemerkte, dass wir uns immer noch bewegten, obwohl wir eigentlich schon um 5:10 Uhr hätten ankommen sollen.
Na geil, das wird dann wohl nichts mehr mit dem Flug, der um 8:35 Uhr startet. In letzter Sekunde hab ich den Flug dann noch auf 12:20 umgebucht (für 50€) und so verfiel er zumindest nicht komplett. Trotzdem ärgerlich, dass wir bei beiden Zugfahrten massive Verspätung hatten, obwohl die Züge doch sonst als so zuverlässig gelten.

Halong Bay

Halong Bay Cruise mit Galaxy Premium

Über unser Hotel in Hanoi haben wir eine 2-tägige Halong Bay Schifffahrt gebucht, sprich mit einer Übernachtung.
Für $120 USD pro Person war der ca. 4-stündige Transfer von Hanoi und drei Mahlzeiten auf der „Galaxy Premium“ inklusive. Gegen 8:15 Uhr wurden wir von dem Kleinbus mit 20 Sitzen abgeholt und nachdem noch 3 weitere Passagiere aufgesammelt wurden, war der Bus auch bis auf den letzten Platz belegt.

Unser Tourguide Tan war ein junger, witziger Vietnamese, der uns auf der langen Fahrt mit Infos versorgte und auch auf dem Schiff einen guten Job machte und dabei relativ gutes Englisch sprach (im Gegensatz zum Captain des Bootes, der gar kein Englisch konnte :-)).

Nach der Ankunft wurden wir per Tenderboot zum Schiff gebracht und konnten nach einem Willkommensdrink erst mal in unsere Kabine einchecken, bevor wir dann Mittagessen serviert bekamen.
Hierbei ist zu erwähnen, dass das Essen zwar sehr lecker aber stark Seafood-lastig ist. Ich denke für manche ist das hilfreich zu wissen 😀
Serviert wurden jeweils 6-8 Gerichte pro Mahlzeit, allerdings lediglich ein Teller pro 4-er Tisch, den man dann unter sich aufteilte, aber durch die Vielzahl der Gerichte sollte eigentlich für fast jeden etwas dabei sein und die meisten dürften auch satt werden.


Das Wetter war eher neblig und vergleichsweise kühl (20-23°C), aber gerade dadurch kam die mystische Atmosphäre der Halong-Bucht noch mehr zur Geltung, da die Felsen mit größer werdendem Abstand im Nebel versanken. Vielleicht war das sogar das bessere Wetter im Vergleich zu strahlendem Sonnenschein.


Am Nachmittag fuhren wir dann an den beeindruckenden Felsen (1939 insgesamt), für die die Halong-Bucht so berühmt ist, vorbei bis zu einer riesigen Tropfsteinhöhle, genannt „Surprising Cave“. Sehr beeindruckend das Ganze, wenn auch die Höhle von sehr vielen (oder allen?!) anderen Schiffen angesteuert wird und teilweise in der Höhle ein gewisses Viehtrieb-Feeling aufkommt.

Allgemein hat mich die extreme Anzahl an Schiffen überrascht, die in der Bucht herumschippern. Weniger wäre sicher besser, ich hatte aber nicht den Eindruck, dass das den Ausflug jetzt merklich beeinträchtigt hätte.


Nach der Surprising Cave wurde noch ein Strand angesteuert, wo man baden oder den dahinterliegenden Berg besteigen konnte.
Da das Wasser nicht sonderlich ansprechend war und es auch nicht gerade 30°C hatte, habe ich mich für den Berg entschieden. Eine gute Entscheidung, denn auch wenn der Aufstieg nicht ganz harmlos ist, so war der Ausblick von oben doch sehr cool. Nach einer knappen Stunde ging es per Tenderboot wieder zurück aufs Schiff und kurz darauf wurde das Abendessen im gleichen, bekannten Stil serviert.
Der zweite Tag begann früh um 6:30 mit Tai Chi auf dem Sonnendeck des Schiffs. Wie ich mir habe sagen lassen, waren um die Uhrzeit allerdings gerade mal 3 Personen da 😀
Ab 7 Uhr wurde dann gefrühstückt und ab 8 wieder per Tenderboot zu einem floating Village gefahren, das man dann eigenständig per Kayak erkunden konnte. Die Leute, die hier wohnen, sind hauptsächlich Fischer und wie uns Tan, der Tourguide, erzählt hat, gibt es Bestrebungen seitens der Regierung, diese floating Villages aufzulösen, da sie nicht unwesentlich für die Wasserverschmutzung in der Bucht verantwortlich sind. Angeblich wurde ihnen zur Auflage gemacht, ihre schwimmenden Häuser innerhalb der nächsten 2 Jahre aufzugeben und sich Wohnraum auf dem Festland zu suchen.

Mit einer Kochlektion, wie man vietnamesische Frühlingsrollen herstellt und dem darauf folgenden Mittagessen neigte sich die 2-tägige „Minikreuzfahrt“ in der Halong Bay dem Ende zu und nach einer erneuten abenteuerlichen 4-stündigen Minibusfahrt kamen wir wieder in unserem Hotel an. Alles in allem ein tolles Erlebnis, denn die Felsformationen in der Bucht sind etwas ganz Besonderes und auch Einzigartiges und daher allein wegen der Atmosphäre die $120 definitiv wert.