Kategorie-Archiv: Südkorea

Hachiko/Shibuya

No speak English – Seoul & Tokio

Freitagabend sind wir nach einem kurzen Flug mit Korean Air in Seoul gelandet und haben nach Verlassen des modernen Flughafens erst mal einen Kälteschock bekommen.
In Hongkong war das Wetter im zweistelligen Bereich noch einigermaßen erträglich, aber in Seoul empfing uns leichter Schneefall und Temperaturen unter dem Gefrierpunkt, die wir so gar nicht mehr gewohnt waren. Wir checkten schnell ins Hotel ein und beließen es dabei dann auch.
Am nächsten Tag klapperten wir mit dem Seoul Sightseeing Bus, der glücklicherweise gut beheizt war, die meisten Sehenswürdigkeiten ab und gönnten uns in den zahlreichen Coffeeshops auch das eine oder andere Heißgetränk zum Aufwärmen 😉

Da wir ohnehin nur einen ganzen Tag zur Verfügung hatten, waren wir froh, dass der Flieger am nächsten Tag schon wieder früh morgens weiter ging. So richtig warm wurden wir mit der Stadt – im wahrsten Sinne des Wortes – nicht, obwohl es doch einige schöne Seiten gab. Die Architektur der Gebäude im Zentrum war teilweise wirklich interessant, aber eben, bei diesen eisigen Temperaturen hatten wir keine große Lust die Stadt genauer zu erkunden. Selbst auf den Stadtteil Gangnam haben wir verzichtet 😉
Sonntagmorgen ging also dann schon unser Flug nach Tokio. Obwohl die Flugzeit nur 1:50 Std. betrug flogen wir mit einer zweistöckigen Boeing 747, zum ersten Mal für uns.

Im Anflug auf Tokio musste der Pilot erst noch einige Umwege fliegen, da es wohl „Stau“ gab und wir noch nicht landen konnten. Nachdem wir die Metro zum Hotel genommen und den Flughafen Haneda (Tokio hat zwei Flughäfen) verlassen hatten, fielen uns gleich die Schneemassen überall auf. Es schien zwar erfreulicherweise die Sonne aber überall lag noch jede Menge Schnee und die meisten Busse und Autos waren mit Schneeketten unterwegs. Wir hatten hier auch wieder richtig Glück gehabt denn zwei Tage zuvor gab es heftige Schneefälle in Tokio, die dafür verantwortlich waren, dass einige Flüge und sogar Züge ausfielen.
Was uns in Tokio ebenfalls sofort auffiel, war dass kaum jemand Englisch sprach, weniger noch als schon in Seoul. Selbst Restaurants und Speisekarten waren häufig nur sehr dürftig oder gar nicht übersetzt. Dies ging sogar so weit, dass am internationalen Flughafen (!) in der Filiale einer amerikanischen Fastfoodkette (!!) die Angestellten kein Wort Englisch sprachen.
Auch U-Bahn zu fahren war teilweise abenteuerlich für uns, denn die Pläne waren nicht immer einfach zu lesen, aber irgendwie ging es halt doch.

Ansonsten war schon zu erkennen, dass Japan ein sehr hoch entwickeltes Land ist. Die Leute waren immer freundlich und rücksichtsvoll, allerdings scheint der Nichtraucherschutz weder in Seoul noch in Tokio richtig angekommen zu sein. Es gibt praktisch in jedem Hotel Raucherzimmer und in jedem Restaurant große Raucherbereiche.
Man zeigt auch gern was man hat, denn ich glaube ich habe noch nirgendwo sonst eine so hohe Dichte an Louis Vuitton Handtaschen gesehen. Teilweise waren auch offensichtliche Fälschungen dabei, sodass der Anteil an echten Taschen nicht wirklich beziffert werden kann, trotzdem hatte gefühlt jede dritte Frau so eine Tasche dabei. Autos und Sportwagen aus Deutschland oder Italien werden bevorzugt in weiß gekauft und wurden ebenfalls zahlreich gesichtet.

Etwas chaotisch ist der Verkehr vor allem auf dem Gehweg, denn es ist hier üblich, dass sich Radfahrer und Fußgänger teilen, was schon mal zu Ungereimtheiten führen kann 😀
Schockierend ist uns aufgefallen, dass die Schuluniformen der Mädchen aus kurzen Röcken bestehen und diese auch im Winter getragen werden. Soll laut Onlinerecherche wohl dem Erziehungs- und Abhärtungseffekt dienen.

In Tokio kann man gratis (!) auf das Rathaus (Metropolitan Government Building) in den 45. Stock beider Türme hochfahren und man hat von dort einen grandiosen Ausblick über die ganze Stadt, was wir uns natürlich nicht entgehen haben lassen.

Trotz des sehr begrenzten Wohnraums, auf den extrem viele Bewohner kommen (unser Hotelzimmer hatte gerade mal 12m² inklusive Bad!), gibt es in Tokio einige große und schöne Parks, Gärten und Grünanlagen, häufig in Kombination mit einem Schrein, wo man Räucherstäbchen anzünden darf und natürlich ist es auch gut fürs Seelenheil, wenn man eine Münze in den dafür vorgesehenen Behälter wirft 😉

Nach 6 Tagen Kälte verabschieden wir uns damit jetzt von diesen Temperaturen und auch von Asien :)