Kategorie-Archiv: Neuseeland

Coromandel Küste

Neuseeland: Christchurch, Auckland und jede Menge Natur

Wir hatten ziemlich hohe Erwartungen als wir in Melbourne den Flieger nach Neuseeland bestiegen, denn alle unsere Freunde und Bekannten schwärmten von dem Land und den Leuten. Dabei war es uns klar, dass die beiden Inseln vor allem durch ihre schönen Landschaften und die Natur zu begeistern wissen.
Unser erster Stop war Christchurch, die größte Stadt der Südinsel mit ca. 340’000 Einwohnern. Die Stadt wurde vor knapp drei Jahren im Februar 2011 von einem schweren Erdbeben der Stärke 6,3 heimgesucht, woraufhin schätzungsweise 70’000 Menschen die Stadt verließen.
Auch heute noch haben die Menschen mit den Zerstörungen zu kämpfen. Ein Großteil der Innenstadt ist nur mit einer geführten Bustour zu besichtigen, wohingegen in anderen Teilen verschiedene Geschäfte ihren Betrieb wieder aufgenommen haben – in Containern.
Dementsprechend gibt es nur wenige und teure Hotels in Christchurch. Über Airbnb haben wir schnell eine Alternative gefunden.
Wir landeten gegen 1:00 Uhr nachts und Heather öffnete für uns zu so später Stunde die Tür. Die Unterkunft hatte sich als Volltreffer erwiesen. Die Gastgeberin war super nett und machte uns am nächsten Morgen ein tolles Frühstück. Vor allem aber war das Zimmer inklusive Badezimmer lupenrein sauber und sehr groß. Dies alles zu einem mehr als fairen Preis.

Am nächsten Morgen starteten wir über den Arthur’s Pass an die Westküste zu den Pancake Rocks. Nicht nur für einen Autofan wie mich waren die Straßen, trotz etwas untermotorisiertem Mietwagen :D, ein Traum.

Vom Arthur’s Pass Nationalpark hatte man Blick auf schneebedeckte Gipfel der neuseeländischen Alpen, kam an ruhigen und klaren Bergseen vorbei und erreichte bis zu 2400 Höhenmeter.
Nach ca. drei Stunden waren wir an der Westküste, etwas nördlich von Greymouth bei den Pancake Rocks angekommen.

Die Pancake Rocks sind eine Felsformation bei der die Felsen wie übereinander geschichtete Pfannkuchen aussehen, wodurch sie zu ihrem Namen kamen. Weitere Infos zur Entstehung und den Blowholes auf Wikipedia.

Am nächsten Tag machten wir uns zunächst auf Christchurch von oben zu betrachten. Es gibt eine Gondel, die auf den nahegelegenen Hügel fährt, von der man gute Blicke hat. Allerdings gibt es auch eine Gipfelstraße, die dort hochführt, wo man mindestens eine genau so gute Aussicht hat. Die Straße ist allerdings nur bis zu einem gewissen Punkt passierbar, denn massiver Steinschlag, ausgelöst durch das Erdbeben, hat die Straße verschüttet.

Danach fuhren wir in das Zentrum von Christchurch und schauten uns die verschiedenen aus Container operierenden Geschäfte an. Sehr interessant wie man hier mit dieser schwierigen Situation umgeht. Laut unserer Vermieterin wird geschätzt, dass es bis zu 30 Jahre dauern wird, bis alle Schäden des Erdbebens behoben sind. :(

Am folgenden Tag sind wir zum Lake Pukaki gefahren, der besonders durch seine schöne türkisblaue Farbe bekannt ist. Leider hat uns an diesem Tag das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht. Bei starkem Nebel und Dauerregen war von dem See leider nicht viel zu erkennen und der Ausflug ist gewissermaßen ins Wasser gefallen 😀

Da die Fähre zwischen Nord- und Südinsel relativ teuer ist und wir ohnehin schon einige Kilometer von der wirklich schönen Landschaft gesehen hatten, beschlossen wir nach Auckland auf der Nordinsel zu fliegen.
Nun mag man ja über Kim Dotcom / Kim Schmitz denken wie man will, aber ich find ihn lustig. Und da er ganz in der Nähe von Auckland in einem bescheidenen Heim wohnt, wollte ich mir das natürlich mal genauer anschauen 😀
Vorgefunden habe ich ein riesengroßes Grundstück mit mehreren Einfahrten. Bei der Hauptzufahrt habe ich mich ca. 15 Minuten mit dem Securitymann unterhalten und ein sehr angenehmes Gespräch geführt. Kim habe ich leider nicht getroffen 😉 aber das Anwesen mit dem dezenten MEGA-Schriftzug war definitiv den kleinen Ausflug wert.

IMG_9090

Am letzten Tag unseres Neuseelandaufenthaltes fuhren wir in das eher verschlafene Städtchen Coromandel, rund 2,5 Autostunden von Auckland entfernt. Das Highlight war in diesem Fall wieder einmal die Strecke dort hin. Der Weg ist das Ziel gewissermaßen, denn die Küstenstraße über kurvige Bergstraßen und mit dauerndem Blick auf das blaue Meer ist schon wirklich ein Highlight.

Fazit zu Neuseeland: Landschaftlich wirklich unglaublich vielseitig. Von schneebedeckten Gletschern über klare Bergseen und Wiesen sowie Regenwald und Meer ist wirklich alles dabei. Teilweise hat es mich dennoch an die Schweiz erinnert :-)
Man sieht relativ häufig Polizei patroullieren, was wohl der allgemeinen Sicherheit nicht schaden kann – selten haben wir uns in einem Land so sicher gefühlt.
Die Hotels bieten allgemein einen besseren Sauberkeitsstandard als in anderen Ländern, dafür gibt es nur selten brauchbar schnelles Internet. In Cafes oder Restaurants ist „Free WiFi“ gänzlich unbekannt oder extrem selten. Hängt vermutlich mit den von den Providern beschränkten Zugängen zusammen.
Teilweise fährt man kilometerweise ohne, dass einem jemand entgegen kommt. Eine schier endlose Weite, dabei ist die Insel gar nicht so groß und von der Bevölkerungsdichte her noch weit vor Australien.
Dafür gibt es jede Menge Tiere, die auf den Wiesen grasen. Wir haben unzählige Schafe, Rinder, Rehe und sogar Schweine gesehen. New Zooland oder Zoo Zealand sind Verunglimpfungen, die mir dabei in den Sinn kamen 😀
Insgesamt hat uns Neuseeland sehr gut gefallen, vermutlich auch, weil es doch gewisse Parallelen zur Heimat gibt.