Kategorie-Archiv: Kambodscha

Preah Vihear Preah Keo Morakot

Phnom Penh, die Perle Südostasiens

Einst bekannt als die „Perle Südostasiens“ besitzt Phnom Penh, die Hauptstadt und größte Stadt des Landes Kambodscha, heute einen ganz besonderen Charme. An diesem überaus lebendigen Ort verbinden sich Jahrhunderte alte asiatische Traditionen, französische Elemente aus der Kolonialzeit und moderne westliche Einflüsse auf harmonische Weise.

Gegründet wurde Phnom Penh im Jahre 1434 vom König Ponhea Yat. Endgültig Hauptstadt wurde sie im Jahre 1866, als sie diesen Status von Udong übernahm. Der Name entstammt einer Legende aus dem Jahre 1372, nach der der Name des Ortes auf eine reiche verwitwete Frau namens Penh zurückgeht, die im Fluß vier bronzene Buddhastatuen fand. Ihr zu Ehren wurde auf einem nahegelegenen Hügel eine Pagode errichtet – der Wat Phnom Daun Penh (Bergpagode der alten Penh).

Die Zeit in Phnom Penh haben wir hauptsächlich genutzt, um ein wenig zu relaxen.
Wir haben keine Bazooka abgefeuert, obwohl das hier sogar mit verschiedenen Tieren als Ziel (Huhn, Ziege, Kuh) tatsächlich möglich ist. Wir sind nicht zu den Killing Fields gefahren. Ja ich weiß, ein Teil der kambodschanischen Geschichte und bestimmt sehenswert, aber ich habe keine große Freude daran Relikte von Massenmorden zu besuchen. Und wir haben nicht mal das National Museum, den Zentralmarkt, den Wat Ounalom oder den Königspalast von innen gesehen.
Zuviele Tempel, Märkte, Museen und Paläste in den letzten Wochen ließen unser Interesse irgendwann abstumpfen.

Stattdessen haben wir uns in der Villa Paradiso bei einer perfekten Massage, Peeling, Sauna und Whirlpool für drei Stunden königlich verwöhnen lassen, waren lecker kambodschanisch essen und haben einfach dem Treiben in der 1.5 Millionen-Einwohner-Stadt zugesehen.

Mit einem weniger als halb besetzten Flugzeug von Qatar Airways, das gerade von Doha kam, hatten wir einen sehr angenehmen und sehr kurzen (35 Min) Flug bis in die kambodschanische Hauptstadt. Erstaunlich war zunächst, dass hier alle Geldautomaten USD ausspucken. Der Dollar wird hier fast ausschließlich benutzt, die eigentliche einheimische Währung, der kambodschanische Riel, wird praktisch nur für Kleinstbeträge oder Wechselgeld benutzt.

Obwohl Kambodscha auf dem Human Development Index nur Platz 138 (von 186) einnimmt, sieht man im Vergleich zu den anderen südostasiatischen Ländern erstaunlich viele teure Autos (Range Rover, BMW X5, Audi Q7, Mercedes-Benz S-Klasse) und für kamboschanische Verhältnisse teure westliche Läden (Costa Coffee).
Es bleibt zu hoffen, dass dies nicht nur auf der ebenfalls schlechten Platzierung im Corruption Index (160 von 177 Ländern) beruht, da man deutlich merkt, dass sich im Land nach dem Terrorregime der roten Khmer nun wirklich etwas tut. Es wird überall gebaut und es gibt viele neue Geschäfte in den Straßen. Trotzdem wirkt es wirklich etwas bizarr, wenn man UNO-Fahrzeuge des „World Food Programme“ neben einem neuen Range Rover stehen sieht.
Obwohl wir uns nie wirklich unsicher fühlten, kommt schon ein seltsames Gefühl auf, wenn man überall Stacheldraht um teure Gebäude sieht, ähnlich wie in Nairobi. Im Rest von Südostasien haben wir das nie so erlebt.
Vermutlich ist unser Bild allerdings etwas verzerrt, da wir lediglich die Hauptstadt gesehen haben und es außerhalb bestimmt noch anders aussieht. Im Nachhinein wäre ich gern noch ein paar Tage länger geblieben um mir andere Orte anzusehen.