Kategorie-Archiv: Israel

Von Eilat nach Aqaba – Grenzübergang in eine andere Welt

Als wir gestern Abend in Eilat gelandet sind, war uns schnell klar, warum so viele Israelis, obwohl Sie das Mittelmeer vor der Haustür haben, nach Eilat zum Urlaub machen fahren. Die ganze Stadt ist sehr touristisch und durchaus vergleichbar mit Strand-/Ferienorten in beispielsweise Italien. Rund um die Strandpromenade blinkt es und überall gibt es Bars, Cafes, Läden, die irgendwelchen Krimskrams und Souvenirs verkaufen. Dazu riesige Hotels, auch bekannter Ketten (Hilton), die die Küste säumen.
Den heutigen Tag haben wir am Underwater Observatory und Dolphin Reef verbracht. Ersteres ist eine Art Unterwassermuseum, wo man die Bewohner des roten Meeres hautnah besichtigen kann. Bei dem klaren Wasser macht es wirklich Spaß die Riffe und Fische von einer Unterwasserkuppel aus zu beobachten. Zudem gibt es jede halbe Stunde eine Aktion wie Haifütterung oder Schildkrötenfütterung.

Nachmittag sind wir dann an das Dolphin Reef gefahren, wo man Eintritt bezahlt um an den Strand zu kommen. Von dort kann man über einen Steg hautnah den Delfinen beim Schwimmen und Springen sowie gefüttert werden zusehen. Mit etwas Glück lassen sich die Tiere auch durch Geplansche im Wasser anlocken und berühren die im Wasser hängenden Füße :-)
Gegen Aufpreis kann man auch mit den Delfinen tauchen oder schnorcheln.

Gegen 16 Uhr machten wir uns dann daran nach Jordanien zu kommen. Zunächst fährt man hier mit dem Taxi auf israelischer Seite zum etwas nördlich von Eilat gelegenen Grenzübergang und bezahlt 100 NIS „Passenger Fee“ + 5 NIS Bearbeitungsgebühr. Also man bezahlt gewissermaßen eine Ausreisesteuer. Komische Sache, aber ist halt so. Dafür gibts ein Ticket, das bei der Passport Control gestempelt wird (NICHT der Pass) und zuletzt checkt der Kollege am Zaun, der von einem ganz leger gekleideten, aber mit Maschinengewehr bestücktem Kollegen bewacht wird, alle Dokumente und entlässt uns ins Niemandsland.

Ca. 150 Meter später kommt man auf der jordanischen Seite an und wird gleich freundlich mindestens drei Mal mit „Welcome to Jordan“ begrüßt. Dann wird kurz der Koffer geröntgt und ein Stempel in den Pass gemacht. Gebühren hat uns das nicht gekostet, obwohl ich hier schon andere Reiseberichte gelesen habe. Sehr viel scheint hier aber auch nicht los zu sein, denn der Grenzbeamte hat sich sicherlich 20 Minuten mit Einreiseformalitäten für uns allein beschäftigt und in dieser Zeit kamen sonst keine weiteren Personen über die Grenze.
An der Grenze gibt es keine Geldautomaten, deswegen mussten wir etwas Geld (übrige Euros und Schekel) in jordanische Dinar an der Wechselstube wechseln, um dann mit dem Taxi für 15 JD (obwohl es eigentlich 12 kostet, aber der englischsprachige „Chef“ vor Ort sagte wir sollen dem Fahrer doch 15 geben, dann bringt er uns nicht bis Aqaba Center sondern direkt vors Hotel, was für uns absolut in Ordnung war) zum Hotel zu gelangen.

Die Straße nach Aqaba ist sehr gut ausgebaut und kaum befahren. In Aqaba angekommen jedoch findet man sich komplett in einer anderen Welt wieder. Eilat ist dagegen viel moderner und auch sauberer. Man merkt deutlich, dass man die arabische Welt betreten hat. Bettelnde Kinder. Müllberge überall. Frauen fast ausschließlich mit Kopftuch oder Burka. In der Hotellobby wird geraucht. Extrem schlechte Luft auf den Straßen. Unser Hotel hat nicht mal ein Dach 😀

Fast ein kleiner Kulturschock, aber doch ist es so unglaublich faszinierend dem Treiben in den Souks zuzusehen.

Schauen wir mal was der morgige Tag bringt, denn darauf freue ich mich ganz besonders. Mehr dazu im nächsten Blogeintrag :-)

 

Welcome to the Middle East – Hello Tel Aviv

Dienstagnacht sind wir kurz vor Mitternacht mit Cyprus Air nach nur ca. 50 Minuten Flugzeit in Tel Aviv gelandet. Der Flughafen Ben Gurion scheint riesig und sehr modern. Um der Schwierigkeit aus dem Weg zu gehen, um diese Uhrzeit noch öffentliche Verkehrsmittel in die Nähe unseres Apartments zu bekommen und um besser von A nach B zu bekommen, haben wir uns einen Mietwagen genommen. Günstig war er ja auch noch. Trotzdem war das im Nachhinein vielleicht nicht die beste Entscheidung. Zum einen ist Tel Aviv nicht soo groß. Vieles kann man per Pedes erreichen. Zum anderen ist die Parksituation in der Stadt einfach der blanke Wahnsinn.
Auf einer Website habe ich gelesen:

35,000 legale Parkplätze gibt es in der Innenstadt und 500,000 Autos pendeln täglich nach Tel Aviv. Im letzten Jahr wurden 840,000 Strafzettel ausgestellt (zum Vergleich: in Zürich waren es rund 400’000)

Dementsprechend schwierig war es selbst nachts um 2 Uhr einen Parkplatz zu finden. Nach rund 40-minütiger Suche habe ich dann ein nicht-illegal-aussehendes Plätzchen gefunden, um dann am nächsten Morgen feststellen zu müssen ein 250 NIS / 50 EUR Ticket an der Scheibe zu haben. Wer sich informiert, weiß, dass rot-weiß gestrichene Randsteine nicht zum parken geeignet sind. Bei blau-weiß gestrichenen geht das, man muss aber als non-Resident Tickets kaufen. Letzten Endes sind wir dann immer in eine Parkgarage gefahren (die dann die letzten Tage auch noch überfüllt war und viele Autos schon immer davor warteten bis der Nächste rausfuhr) und haben vermutlich den Mietpreis des Wagens nochmal für Parkgebühren bezahlt + den Strafzettel.

Davon abgesehen ist die Mischung in Tel Aviv wirklich faszinierend. Hier leben viele Russen, Araber, Westeuropäer, Israelis auf einem Haufen, die Straßenschilder sind in hebräisch, arabisch und englisch angeschrieben, bezahlt wird in Schekel, wobei USD aber auch gerne gesehen sind und trotzdem funktioniert alles. Viele junge Leute sind in der Stadt unterwegs, auch Frauen alleine, mitten in der Nacht in entlegenen Gassen und ich hatte nie auch nur im Entferntesten den Eindruck mir irgendwie Sorgen machen zu müssen.

Vom Azrieli Shopping Center kann man in einem der drei Hochhäuser auf eine Aussichtsplattform in den 49. Stock hoch fahren und hat von dort einen tollen Ausblick über Tel Aviv und auf das Mittelmeer.

Die Strandpromenade ist ebenfalls sehr schön und der Sand wirklich traumhaft fein und weich. Das erklärt, warum es hier hin und wieder zu Sandstürmen kommt, wo man laut Aussage meines Bekannten hier besser alle Fenster geschlossen hat, da sich sonst eine dicke Sandschicht alles in der Wohnung bedeckt.

Er wohnt im nur 20 km entfernten Stadtteil Lod und dort sieht es dann dann schon nicht mehr so schön aus. Aber auch hier habe ich mir bezüglich Sicherheit keine Sorgen gemacht.

Old Jaffa, der älteste Stadtteil, der nach Ausgrabungen bereits 3500 vor Christus besiedelt war, ist mit seinen engen Gassen sowohl tagsüber als auch nachts sehenswert. Dort gibt es meistens einen flohmarktähnlichen Markt, wo allermöglicher Krimskrams verkauft wird. Dazu gesellen sich unglaublich viele Leute. Am Hafen von Jaffa gibt es einen „Schlemmermarkt“, den man nicht auslassen sollte. Leider hatten wir uns zuvor schon mit einem Sandwich gestärkt. Aber auch der frisch gepresste Orangensaft für 10 NIS (~ 2 EUR) war noch sehr lecker.

Heute am Sabbat sind alle Geschäfte geschlossen und das Leben verlagert sich eher an den Strand wurde uns gesagt. Mal sehen wie wir uns den Tag heute noch vertreiben. Abends gegen 21 Uhr geht der Flug von Tel Aviv nach Eilat ans rote Meer für grandiose 16 EUR mit der israelischen Airline El Al.