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Sonnenuntergang

Bali – Insel der Widersprüche

Im Folgenden folgt ein Reisebericht, den ich so im Internet gefunden habe und der unseren Eindruck der Insel besser beschreibt, als ich das je hätte können. Daher nehme ich mir das einfach mal heraus und kopiere den Text auszugsweise (natürlich mit Quellenangabe).

Willkommen auf der „Insel der Götter“!

Jeder hat uns Bali als eine „Trauminsel“ empfohlen, als „magischen Ort“ und immergrünes Tropenparadies. Als ein Land voll freundlicher, immer lächelnder Menschen. Innerlich sind wir hin und her gerissen, denn unsere Erfahrungen formen ein sehr widersprüchliches Bild. Neben all der landschaftlichen Schönheit sehen wir eine Insel, die von Menschen und Motorrädern überquillt, die im Dreck versinkt und zum Himmel stinkt, eine Insel die allen Traditionen zum Trotz vom schnöden Mammon und Korruption regiert wird.

Ja, die Menschen hier lächeln … nur werden wir das Gefühl nicht los, dass dieses permanente Lächeln eher einer Gewohnheit, denn einer Ehrlichkeit entspringt. Der Polizist, der dir ohne jeglichen Grund Geld abknöpft lächelt ebenso, wie der „Kuta-Cowboy“, der sich an Touristen ranmacht oder das Familienoberhaupt, das seine Tochter zwangsverheiratet. Gelächelt wird einfach immer und überall.

Zudem stehen wir vor der Herausforderung, wo wir auf dieser überfüllten Insel zu innerer Ruhe finde sollen? Eine Million Einwohner, über vier Millionen Touristen pro Jahr, keine funktionierende Müllentsorgung und nicht mal eine eigene Energieversorgung … dafür jede Menge Aussteiger, Lebenskünstler und Chaoten. Wo sind die magischen Orte, die uns inspirieren und anregen sollen?

Vielleicht in den unzähligen Tempeln, die in jedem Reiseführer angepriesen werden? Nehmen wir Tanah Lot, berühmt wegen seiner exponierten Lage auf einem Felsen vor der Küste und seiner Sonnenuntergänge. Tausende Besucher drängen jeden Tag an den überfüllten Marktständen und Restaurants entlang hinunter zum Strand. Endlich dort angekommen, ist die Besinnung und die Magie schon längst beim Teufel. Da hilft auch der schönste Sonnenuntergang nicht weiter. Die touristischen Hotspots von Bali können es locker mit der Wiener Innenstadt aufnehmen. Nicht mit den Preisen, aber mit dem Rummel allemal!

Dann vielleicht in Kuta? Diesem sich prostituierenden Moloch, dem „Mallorca der Australier“? Ein halber Tag hat gereicht! Nichts ist dort auch nur ansatzweise wirklich balinesisch. Nicht die Massagen, schon gar nicht die feilgebotenen Waren (Made in China) und wohl nicht einmal die Seelen der aufdringlichen Strand- und Straßenverkäufer. In brütender Hitze wird hier auf Teufel komm raus billig geshoppt, massiert und gefeiert. Die Insel der Götter ist auch eines der größten Sextourismus-Länder.

Dann aber hoffentlich in den ländlichen Gebieten abseits der größeren Siedlungen? Doch auch dort haben wir die Magie vermisst. Die Häuser sind mehr als nur einfach. Mehrere Personen leben mit Katzen, Hühnern und anderem Getier auf engstem Raum zusammen. Meist ohne Toilette. Tier und Mensch erleichtern sich beidermaßen ungeniert auf dem Gelände. Das Wasser muss mit Eimern vom Wasserloch geholt werden. Es wird morgens zum Waschen, mittags zum Putzen und abends gerne nochmals zum Kochen verwendet. Im trockenen Sommer wird es auch gerne mal getrunken. In dieser Zeit füllen sich die Krankenhäuser mit typhuskranken Balinesen. Auf dem Land gibt es keine Müllabfuhr. Abfälle werden einfach auf dem Gründstück verstreut, bestenfalls in einer Grube vergraben oder hin und wieder verbrannt. während der Regenzeit im Januar und Februar ist das Schwimmen und Tauchen rund um Bali kaum möglich. Dann bringt der viele Regen den ganzen Müll „an die Oberfläche“ und spült ihn in braunen Schlammlawinen einfach ins Meer. Abgelegene Resorts wie das neu errichtete „Siddharta“ im Nordosten, müssen einen Vertrag mit einem Landbesitzer abschliessen. Einmal die Woche kann der Müll des Resorts dort hingebracht und vergraben werden. Auch wenn in den Städten der Müll abtransportiert wird, ist das noch lange kein Garant für Sauberkeit. Ein permanenter süßlicher Geruch hängt in der Luft, mal mehr, mal weniger. Ganz schlimm ist es nach einem Regenguss. Wenn die Luftfeuchtigkeit schlagartig ansteigt, dann raubt einem nicht nur der tropische Dampf den Atem. Bali, die Insel der Götter, die gerne auch mal zum Himmel stinkt.

Vielleicht in einem künstlerischen und alternativen Ort wie Ubud? Allerdings konnten wir den künstlerischen Aspekt der Galerien und Geschäfte nicht erkennen. Wir haben nur Souvenirläden gesehen, aber vielleicht braucht es dazu echte Experten und nicht so Kulturbanausen wie uns. Ubud kam uns fast noch „westlicher“ vor als Kuta. Bei weitem nicht so hektisch, aber dennoch voll auf Touristen eingeschossen. Gesehen haben wir sie schon, die händehaltenden Yoga-Lehrer mit ihren Schülern. Doch was hilft der beste Yoga-Kurs, wenn dich beim Betreten der Straße das Hupen tausender Motorräder aus deiner Kontemplation reißt. Das Überqueren einer Straße auf Bali ist immer wieder ein halsbrecherisches Abenteuer, das den Puls in die Höhe treibt. Der Verkehr ist ein Irrsinn. Auf unserem Weg Richtung Westen sind wir entlang der Hauptroute nach Gilimanuk, dem grossen Fährhafen nach Java, unterwegs. Lautstark donnern pausenlos riesige asiatische Uralt-Trucks diese Strecke entlang. Der Taxifahrer bittet: „Please close window. Because of pollution. I will switch the aircon on!“

So scheint das Lächeln doch sein Gutes zu haben. Auch wir haben letztendlich unseren Frieden mit Bali geschlossen. Am abgelegenen Strand von Medewi im Westen Balis verbrachten wir die letzten Tage in einem kleinen, schnuckeligen Surfcamp. Das Rauschen des indischen Ozeans direkt vor der offenen Hütte, durch die der Wind weht. Genial.

Die ruhigen Plätze auf Bali wollen wirklich gut gesucht werden!

(Quelle: http://www.geo.de/reisen/community/reisebericht/494265/1/Bali-Insel-der-Widersprueche)

Auch wenn wir den ruhigen Platz auf Bali nicht in einem Surfcamp, sondern im Komaneka at Bisma Hotel, direkt im Dschungel mit eigenen Reisterrassen, gefunden haben, so erscheint uns der Reisebericht sehr treffend. Es tummeln sich viel zu viele Touristen auf der kleinen Insel und der Verkehr erscheint auf den kleinen Verbindungsstraßen zwischen Denpasar und Ubud dem Erliegen nahe. Von innerstädtischem Verkehr ganz zu schweigen.

Auch die Strände waren für uns eine Enttäuschung auf ganzer Linie. Wenngleich unser Schönheitsideal von einem perfektem Strand aus einem weißen Sandstrand mit türkisblauem Meer besteht, so kann man vielleicht dennoch dem trüben Wasser und dem dunklen Strand etwas abgewinnen.
Wie man allerdings komplett zugemüllte Strände noch halbwegs ansprechend finden soll, erschließt sich uns nicht so ganz.

Die Freundlichkeit der Balinesen empfand ich allerdings nicht ganz so negativ, wie im Reisebericht beschrieben. Mir kam das oftmals schon aufrichtig und ernst gemeint vor. Fraglich bleibt allerdings wie lange diese Freundlichkeit noch beibehalten werden kann, wenn sich immer mehr Touristen auf die kleine Insel drängen.

Insgesamt waren die 4 Nächte auf Bali (2 x Seminyak, 1 x Sanur, 1 x Ubud) mehr als ausreichend.