Kategorie-Archiv: China

Hongkong at night

Asien spezial: Hongkong & Macao

Nach einem 9-stündigen Virgin Atlantic Tagesflug von Sydney sind wir in Hongkong gelandet und haben dort für die ersten beiden Nächte unser bis dahin teuerstes Hotel bezogen, da wir wie im letzten Eintrag beschrieben genau zum chinesischen Neujahrsfest angereist sind. Der Hotelmanager hörte übrigens auf den vielversprechenden Namen Jacky Chan 😀
Wenigstens war der Ausblick aus dem 27. Stock nicht schlecht 😉

Den folgenden Tag begannen wir dafür dann mit einer sehr günstige Stadtrundfahrt mit der berühmten Doppeldeckertram für nur 23 Eurocent (2.30 HKD),
bevor wir uns zu Fuß durch die verschiedenen Straßen schlugen.

Hongkong bietet eine überaus interessante Mischung aus Zivilisation und Chaos. Einerseits hat es uns stark an Vietnam erinnert, durch die vielen Ramschläden und Straßenverkäufe (vor allem getrocknete Meeresfrüchte gibt es hier an jeder Ecke), zum anderen steht auf Herumspucken eine Strafe von 600 HKD (~60€) und es gibt zahlreiche Wolkenkratzer, die nachts schön grell leuchten.
Insbesondere die Finanzbranche ist stark vertreten mit zahlreichen Banken. Dazwischen findet man dann auch noch die ein oder andere katholische Kirche, die so gar nicht ins Bild zu passen scheint.
Etwas außerhalb besteht das Stadtbild dann zunehmend aus gigantischen Wohnblocks, die den Vergleich mit einer Hühnerlegebatterie nicht scheuen müssen.
Insbesondere bei einer Zugfahrt mit dem Airport Express fährt man an dutzenden solcher Wohnungen vorbei.

Natürlich haben wir es uns auch nicht entgehen lassen auf den Victoria Peak, oder kürzer einfach „The Peak“ zu fahren. Von diesem Berggipfel aus hat man je nach Wetter- und Dunstlage einen tollen Blick über die Hochhäuser Hongkongs, sowie dessen Victoria Harbour.
Als besonderes Erlebnis soll man mit der Tram hochfahren, allerdings bietet es sich an früh dran zu sein, da man sonst stundenlange Schlangen vor sich hätte.
Wir machten uns also am späten Vormittag auf zur Tram und sahen schon viele Leute dort stehen. Trotzdem stellten wir uns an und nach einer guten halben Stunde machte sich die überfüllte Bahn auch schon auf den steilen Weg nach oben. Zuhause würden solche Steigungen wohl ausschließlich mittels Zahnradbahnen geschafft werden. Diese normale Tram schafft das auch nur mit Hilfe eines Seils. Die Steigung ist wirklich enorm.
Oben angekommen findet man erst mal eine für die Lage gigantisch große Shoppingmall vor, wo man alles mögliche kaufen und auch in verschiedenen Restaurants essen kann. Beeindruckend was man so alles auf den Gipfel eines Berges baut, wenn man damit Umsatz machen kann 😀

Als wir wieder unten ankamen war die Schlange übrigens um ein Vielfaches länger. Wir haben also alles richtig gemacht, bereits so früh auf den Peak zu fahren.

Die nächsten zwei Nächte verbrachten wir dann in einem 5-Sterne Hotel, das trotzdem ungefähr nur halb so teuer wie die Unterkunft der ersten beiden Nächte war 😀
Von der Bar im 41. Stock des Harbour Grand Hotels hatte man einen wahnsinnig tollen Ausblick auf die Stadt und den Hafen, sowohl bei Tag wie auch bei Nacht.

Am letzten Tag in Hongkong wollten wir eigentlich mit der Fähre nach Macau fahren, allerdings gestaltete sich das nicht ganz so einfach. Wir brauchten eine knappe Stunde bis wir vom Hotel zum Macau Ferry Terminal gekommen waren um dann von der „netten“ Dame am Ticketschalter darauf hingewiesen zu werden, dass wir unseren Pass bräuchten.
Die Reise nach Macau ist nämlich eine vollwertige Ausreise aus Hongkong und Einreise nach Macau und auf dem Rückweg das Gleiche in grün.
Also nochmal mit der U-Bahn auf schnellstem Weg zurück, Pässe holen und wieder zum Terminal. Dort waren die nächsten drei Fähren bereits ausgebucht, sodass wir erst um 15:00 Uhr die nächste Fähre besteigen konnten.
Da es mit dem Rückweg ähnlich aussah, taten wir gut daran, gleich die Rückfahrt ebenfalls wieder zu buchen, denn die einzige noch freie Fähre war um 19:15 Uhr.
Scheiss Feiertage 😀
Abzüglich einer Stunde Fahrzeit blieben uns damit genau drei Stunden in Macau. Ob sich das lohnte? Besonders günstig wär die Fähre nun auch nicht, mit rund 36 Euro pro Person.
Aber da wir nun mal nicht mehr so schnell in die Gegend kommen werden, fuhren wir einfach mal drauf los.

Anders als im Hafen, wo die Fähre stark im Wasser schwankte, verlief die Überfahrt nach Macau sehr ruhig und ohne größere Turbulenzen. Dort angekommen wartete nach der Einreise gleich ein „Tourprovider“, der uns eine Tour aufschwatzen wollte. Da wir ohnehin nur sehr begrenzt Zeit hatten und sich die Tour ganz interessant anhörte, gingen wir auf das Angebot ein und ließen uns für drei Stunden durch Macau fahren.
Unser asiatischer Führer hatte, wie rund die Hälfte der Bewohner von Macao, einen portugiesischen Pass, sprach jedoch kein Wort portugiesisch und war auch noch nie in Portugal 😀
Macau war bis 1999 eine portugiesische Kolonie, daher haben auch heute noch rund 40% der Einwohner einen portugiesischen Pass.
Sehenswürdigkeiten der Tour waren unter anderem der Fisherman’s Wharf, die Ruine der St. Paul’s Cathedral, das Zentrum Macaus (Largo do Senado (Senate Square)) und natürlich eins der zahlreichen Kasinos, denen Macau wohl zu einem beträchtlichen Teil seinen Reichtum zu verdanken hat. Wir wählten das MGM, wobei das Grand Lisboa zumindest von außen beeindruckender aussah. In Macau ist nämlich Glücksspiel legal, weswegen viele der benachbarten Chinesen häufig für ein Wochenende nach Macau reisen und beträchtliche Summen hier lassen.
Pünktlich bevor die Fähre um 19:15 wieder zurück nach Hongkong ging, brachte uns unser Führer wieder zum Hafen.