23 km Fußmarsch in 2 Tagen in Petra

Vom abgasverseuchten (ich hab wirklich Halsschmerzen bekommen) Aqaba sind wir mit dem gleichen Taxifahrer, der uns ins Wadi Rum gefahren hat, nach Petra gebracht worden. 2 Stunden Taxifahrt für 25 JD (ca. 26 EUR), möglich war dieses Schnäppchen, weil der Taxifahrer ohnehin geplant hat mit seiner Frau zum islamischen Opferfest nach Petra zur Familie fahren wollte.

Alternative wäre der Bus gewesen, allerdings haben uns mehrere Leute gesagt, dass der Bus an diesem hohen islamischen Fest vermutlich später oder gar nicht fahren wird. Und 10 JD hätte der Bus auch gekostet, also sind wir gern auf das Angebot des netten Taxifahrers eingegangen.

Was wir nicht wussten, war dass er nicht nur sein „wife“ mitbringen wollte, sondern noch Sohn und Tochter. Letztendlich sind wir also zu sechst 2 Stunden nach Petra gefahren. Nebenbei hat der Fahrer auch noch telefoniert, als wir die Zollkontrolle zur „Aqaba Special Economic Zone“ passierten. Den Polizisten interessierte das Ganze nicht und hat uns einfach durchgewunken 😀

Taxifahrt zu 6.

Taxifahrt zu 6.

In Petra, bzw. dem angrenzenden Ort Wadi Musa (in Petra selbst gibt es keine Unterkünfte) angekommen, checkten wir erst ins Hotel ein und machten uns dann auf den Weg zum Eingang zur Felsenstadt. Nachdem wir 55 JD Eintritt für zwei Tage (ein Tag hätte 50 JD gekostet) bezahlt hatten war noch etwa 1.5 km Fußweg zurück zu legen, bevor wir zu den wirklich interessanten Felsen kamen. Den Weg dorthin kann man auch auf einem Pferd (oder Kamel, oder Esel) zurücklegen und kaum hat man das Ticket gekauft, wird einem auch schon von allen Seiten diese Möglichkeit nahegelegt, mit dem Argument, dass der Pferderitt ja im Ticketpreis inklusive sei. Da uns die aufdringliche Art suspekt erschien, haben wir zunächst abgelehnt und uns zu Fuß auf den Weg gemacht. Nach und nach wurde uns klar, dass der Ritt zwar wirklich im Ticketpreis inklusive ist, die Pferdehalter aber ein großzügiges Trinkgeld erwarten… Ahaaaa… 😉

Die in den Fels geschlagene Stadt ist wirklich sehenswert und man kann kaum glauben wie die Menschen das damals so hinbekommen haben. Vom Eingang bis zum Ende der Stadt läuft man ca. 8 km und das ist noch ohne Abschweifungen zur Monastery oder auf den Gipfel eines Berges, den wir uns noch angeschaut haben, da man von oben eine wirklich gigantische Aussicht über 80% Petras hatte. Wir hatten Glück, dass wegen des islamischen Opferfestes und der schon fortgeschrittenen Tageszeit nicht mehr viele Menschen unterwegs waren. Heute als wir vormittags in Petra waren, war schon viel mehr los.

Das aggressive Verkaufsverhalten der vielen Händler auf den 8 km (die meistens ohnehin alle das gleiche Zeug verkaufen wollen) und die zahlreichen (Klein-)Kinder, die hauptsächlich Postkarten verkaufen, oder Eselsritte zurück zum Eingang anbieten, sind aber auf Dauer doch sehr nervend und schockierend zugleich. Kinderarbeit in diesem Ausmaß sollte wirklich nicht ohne weiteres toleriert werden, da mit dieser Attraktion sicherlich genug Geld verdient wird. 50 JD entsprechen rund 52 EUR. Jordanische Staatsangehörige zahlen übrigens nur 1 JD Eintritt 😉

Heute waren wir nochmal in Petra und an den beiden Tagen haben wir insgesamt 23 Kilometer zu Fuß zurückgelegt und 1573 Höhenmeter erklommen. Puhhhhhhhh 😀

Um 17:00 Uhr haben wir dann den Jett-Bus nach Amman genommen und sind gegen 20 Uhr ins Hotel eingecheckt.

Fazit von Jordanien: In allen Städten extrem schlechte Luft. Die Jordanier sind sehr freundliche Menschen und stehen total auf Mercedes, BMW und Opel. Ohne den Müll überall könnte das Land noch viel schöner sein.

Etwas zivilisierter geht es demnächst wieder zu, denn morgen fliegen wir schon am Vormittag nach Dubai und das nächste Update kommt dann von dort :-)

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