Lao-Kind

Laos – Die Perle am Mekong

So wird es einem zumindest auf den unzähligen T-Shirts suggeriert, die man auf dem Nachtmarkt in Luang Prabang kaufen kann. Inklusive morgen haben wir fünf eher ruhige Tage in dem Entwicklungsland zwischen Thailand und Vietnam verbracht. Aber von vorne: am Samstag haben wir glücklicherweise den Flug QV636 mit Lao Airlines von Chiang Mai nach Luang Prabang überlebt. Glücklicherweise deshalb, weil wir erst nach der Buchung des Fluges mitbekommen haben, dass es nur wenige Wochen zuvor einen für alle Insassen tödlichen Absturz bei der Airline gab und ein Bekannter meines Freundes in Pattaya, der in der Flugsicherheit arbeitet, meinte, dass die Airline zu den wenigen Fluglinien gehöre, mit der er lieber nicht fliegen würde. 😯

Aber der Flug startete pünktlich und verlief auch ohne weitere Komplikationen, sodass wir nur eine knappe Stunde später in Luang Prabang landeten. Hier hatten wir vom Hotel einen Transfer gebucht, nur leider war bei der Ankunft niemand da. Gut, wir waren ein paar Minuten zu früh, also warteten wir noch. Nachdem die Männer mit Namensschildern am Empfangsbereich allerdings immer weniger wurden und wir ca. 30 Minuten über der Zeit waren rief ich beim Hotel an und eine Frau entschuldigte sich bei mir und versicherte mir, dass der Transfer in 5 Minuten da sei.

Wieder 30 Minuten später nahmen wir ein Taxi und fuhren für 50’000.- laotische Kip (ich habe noch nie 500’000.- am Geldautomaten abgehoben!) zum Hotel. Dort angekommen wurden wir freundlich empfangen und der Rezeptionist meinte, es täte ihm leid, dass niemand kam, aber der Fahrer hatte einen Unfall. Na gut, da ich den Wahrheitsgehalt ohnehin nicht überprüfen konnte, ließ ich das mal als Entschuldigung durchgehen und wir wurden auf unser Zimmer gebracht. Das nächste Problem: kein Wi-Fi, obwohl laut Buchungsbestätigung im ganzen Hotel inklusive Zimmer nutzbar. Ab an die Rezeption und dem immer noch freundlich lächelnden Mitarbeiter das Problem geschildert. Kurze Zeit später war ich telefonisch mit der gleichen Frau verbunden, die mir auch schon den Transfer in 5 Minuten schicken wollte. Sie entschuldigte sich und meinte das Problem würde innerhalb einer Woche behoben werden. Ich hab ihr dann erklärt, dass wir auf das Internet angewiesen sind, weil wir Flüge buchen müssen usw. Nach 2 Minuten bekamen wir dann einen Rückruf und sie meinte, sie könnte uns ein anderes Hotel empfehlen, wo es Wi-Fi gäbe und ich müsste nichts bezahlen für den Aufenthalt in ihrem Hotel. Wir haben dann aber stattdessen ein Hotel aufgesucht, das wir ohnehin als Alternative geplant hatten und jetzt bin ich gespannt ob meine Kreditkarte nicht doch noch irgendwann belastet wird.

Willkommen in Laos 😀

Am ersten Abend machten wir uns dann sogleich auf den Weg zum Nachtmarkt, wo es allerlei Handgemachtes aus Laos gab, unter anderem wirklich schöne Tücher und Schals und außerdem Crepes mit Nutella für 1€!!! Dazu noch leckere Sandwiches mit Baguette (eine der wenigen positiven Hinterlassenschaften der Franzosen, die hier bis 1954 waren), ebenfalls ab 1€ zu haben.

Am nächsten Tag fuhren wir mit einem privaten Transfer per Tuktuk zu den Kuang-Si Falls, etwa 45 Minuten westlich von Luang Prabang. Die Strecke führte durch schöne Dschungellandschaften und kleine Hügel mit schöner Aussicht eine kurvige Straße entlang und nachdem wir einige Dörfer passierten, kamen wir endlich an dem Naturschauspiel an. Unser Fahrer wartete solange auf dem Parkplatz auf uns. Bevor wir die 20’000 Kip Eintritt bezahlten und die letzten Meter zu den Wasserfällen gingen, wollte ich mich noch an einem Streetfood-Stand stärken und kaufte für 2€ etwas „Sticky Rice“ und drei Spieße mit Chicken und Beef. Leider zum ersten Mal eine schlechte Erfahrung mit Straßenessen. Regel Nummer 1: Wenns nicht schmeckt, iss es nicht. Praktisch alles hab ich also stehen lassen und wir machten uns auf den Weg. Dieser führte an einer Bären-Rettungsstation vorbei, wo man den kuscheligen Schwarzbären bei der Fütterung zusehen kann.

Oben angekommen sah man auch schon die ersten Leute in dem türkis-blauen Wasser schwimmen und die Wasserfälle wurden immer beeindruckender, je weiter man nach oben kam. Sie gipfelten in dem riesigen Wasserfall ganz am Ende des Weges. Überall in dem Areal sah man Leute beim Picknicken an den Tischen und hin und wieder beim Schwimmen, wobei das Wasser wirklich relativ frisch war und ich mich darauf beschränkt habe, das Wasser bis halbe Kniehöhe zu betreten 😀

Zurück in Luang Prabang lief uns schon der dritte verarztete Tourist über den Weg und in den vier Tagen habe ich sicherlich 8-10 Verletzte gesehen und wie es der Zufall will schlitterte gerade ein Roller mit einem grausligen Geräusch an unserem Tisch vorbei und ein westlich aussehender Tourist kurz dahinter her. Abends ging es wie gewöhnlich wieder zum Nachtmarkt und in unser Stammrestaurant, den Coconut Garden. Mit einem laotischen Kaffee ließen wir den Abend ausklingen und fuhren danach per Shuttle zurück in unser etwas außerhalb gelegenes Hotel Vangsavath.

Interessanterweise trafen wir in Luang Prabang und auch im Hotel auf viele Deutsche und Schweizer. Daneben viele Touristen aus den USA, England und Australien. Der Tourismus scheint hier inzwischen Devisenbringer Nummer 1 zu sein.

Am nächsten Morgen nahmen wir den Phousi Market unter die Lupe, wo auch die Einheimischen einkaufen. Hier und auch in vielen anderen Shops wird die Gelassenheit vieler Laotinnen und Laoten besonders deutlich. Dass Verkäufer irgendwo liegen und solange schlafen, bis irgendjemand etwas kaufen möchte, ist völlig normal. Bevor die Hauptstraße pünktlich um 17:30 Uhr wieder zum Nachtmarkt umfunktioniert wurde, stiegen wir die 328 Stufen zum Mount Phousi hinauf, von wo aus man einen tollen Ausblick über Luang Prabang, den Mekong und die umliegenden Berge hat.

Das UXO Lao Visitors Centre stand heute noch auf unserem Plan, wo die erschreckende Anzahl noch unentdeckter Bomben aus dem Vietnamkrieg verdeutlicht wird. Laos gilt als das meistbombardierte Land der Welt und rund 75 Millionen undetonierte Sprengkörper sollen heute noch in Laos herumliegen.

Bildergalerie:

Thapae Gate

Reizendes Chiang Mai

Nach einem kurzen Flug mit Bangkok Airways sind wir am Mittwoch in Chiang Mai angekommen, wo wir uns kurzfristig gegen einen ursprünglich geplanten Mietwagen entschieden haben. Im Nachhinein war das absolut die richtige Entscheidung. Man kommt in der kleinen Stadt prima per Taxi (eigentlich nur vom und zum Flughafen), Tuktuk oder gemietetem Roller voran. Ein Mietwagen wäre hier nur viel teurer und unpraktisch (Stau, Parken, etc.) gewesen.

Gegen 19:00 Uhr checkten wir im Napatra Hotel ein, wo wir für etwas über 21€ ein richtig gutes Zimmer vorfanden. Die Minibar mit zwei Flaschen Wasser, Coca Cola, Kitkat, Milch und Orangensaft wurde täglich gratis aufgefüllt, ebenso gab es bis 12 Uhr mittags gratis Kaffee in der Lobby. Ein richtig guter Deal. Chiang Mai besitzt einen Altstadtkern mit Stadtmauern, die im Quadat angeordnet sind. Um die Mauern herum gibt es einen mit Wasser gefüllten Graben, wo sich alle paar hundert Meter ein schöner Springbrunnen befindet.

Am nächsten Morgen machten wir uns mit unserer ersten Tuktukfahrt auf den Weg zur Breakfast World Chiang Mai, die von dem Deutschen Olaf und seiner Thaifrau geleitet wird, wo es leckeres Frühstück in allen möglichen Varianten und den ganzen Tag über gibt. Nicht ganz so günstig, wie für Thai-Verhältnisse angemessen, aber halt schon sehr lecker.

Am Nachmittag machten wir uns auf den Weg zum Chiang Mai Festival Center, einer Shoppingmall die an diesem Tag gerade eröffnet hatte. Dementsprechend viel war hier auch los. Abends gingen wir noch auf den bekannten Chiang Mai Night Market, wo man allerlei Kram erstehen und vor allem sehr viel, lecker und günstig essen kann (Sushi für 1€, genug um satt zu werden).

Am nächsten Tag mieteten wir uns dann einen Roller für 250 Baht (ca. 5.95€) um mobil zu sein, da wir zum bekanntesten Tempel in Chiang Mai, dem Wat Phra That Doi Suthep wollten, der etwa 18 km westlich von unserem Hotel lag. Der Weg dorthin führt über kurvige Landstraßen auf einen Berg hinauf, die mit einem Gerät noch spaßiger hinter sich gebracht werden könnten. 😀 Der auf dem Hügel gelegene Tempel kann über 309 Stufen erklommen werden, oder man benutzt den Lift für 20 Baht (+ 30 Baht Eintritt für Ausländer, Thais müssen nichts bezahlen (bei uns würde sowas als hochgradig rassistisch verurteilt werden…)). Von oben hat man auch einen beeindruckenden Ausblick über Chiang Mai.

Abends ging es dann wieder auf den Night Market/Bazaar, wo die Thais im Vorfeld zum Loy Krathong Festival schon massenhaft ihre Laternen stiegen ließen und kräftig Feuerwerk verballerten. Nach einer wohltuenden Massage für einen Spottpreis von 2.38€ für 30 Minuten ließen wir den Abend in einer Bar, die hauptsächlich von Locals besucht war bei einem Drink und Livemusik ausklingen.

Chiang Mai hat für mich ein ganz besonderes reizendes Flair an sich. Ich weiß nicht, ob es daran lag, dass so viel los war, weil sich gerade das Loy Krathong Festival angekündigt hatte, oder ob die Stadt immer so lebendig ist. Jedenfalls hat sie für mich einen tollen Mix aus Unterhaltung und Leben an sich, ohne dabei überladen und stressig wie beispielsweise Bangkok oder Pattaya zu wirken.

Big Buddha

Pattaya: Rotlicht, Rennstrecke, Restaurants!

Wer Pattaya hört, denkt vermutlich zunächst einmal an den als „Walking Street“ bekannten Rotlicht- und Partybereich der Stadt. Doch gibt es in der Stadt etwa eine Autostunde südlich von Bangkok einiges mehr zu sehen und zu erleben.

Wir sind mit SriLankan Airways von den Malediven mit einem kurzen Overnightflug am Sonntag nach Bangkok geflogen und wurden dort von einem Fahrer abgeholt, der uns zu einem guten Freund von mir nach Pattaya gebracht hat, wo wir drei Tage in seinem tollen Haus wohnen durften. Den ersten Tag nutzten wir erst einmal um den Akku wieder aufzuladen, da die Nacht doch sehr kurz war und machten nur einen kurzen Ausflug zum „Big Buddha„. Abends gingen wir dann in das Casa Pascal, ein von einem in der Schweiz aufgewachsenen Thai geführtes Lokal, wo wir einen spitzenmäßigen Hummersalat und mit das beste Steak hatten.

Am nächsten Tag fuhren wir mit unserem Mietwagen, bei dem es wie bei den meisten Autos in Thailand keine Heizung gab, sondern nur die Einstellungen kalt und kälter :D, zum Khao Kheow Open Zoo, durch den man mit dem eigenen Auto fahren darf und sich so ein gewisses Safari-Feeling einstellt. Interessanterweise sahen wir dort auch einige Tiere, die wir im Nationalpark in Kenia leider vergeblich suchten und so vergingen die Stunden zügig und wir mussten uns beeilen rechtzeitig zur vereinbarten Zeit zur Bira Rennstrecke in Pattaya zu kommen, denn ich war eingeladen ein paar Runden mit dem Rennkart von meinem Kumpel zu drehen.

Nach 10-jähriger Rennkartpause war das ein riesen Spaß und innerhalb kurzer Zeit war ich unter einer Minute auf dem Track. Laut dem Mechaniker war das schon gar nicht so schlecht :-) Neben der Kartrennstrecke gibt es beim Bira-International-Circuit auch noch eine große Rennstrecke für Autos.